Stille Nachbarn

Stille Nachbarn

von Azar Mortazavi
Uraufführung

 

Regie: Aureliusz Śmigiel
Bühne: Martin Eidenberger
Kostüme: Laura Yoro
Musik: Torsten Knoll

 

 

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Besetzung

Premiere 25 Jan 19

 

 

 

 

 

 

 

Frau Grau verliert schon seit Längerem das Gefühl für die Ereignisse und die Zeit. Von ihrer Tochter Isabell wurde sie in einem der besten Pflegeheime der großen Stadt untergebracht. Geräusche, Bilder, Stimmen bestimmen das Leben von Frau Grau und böse Ahnungen: “Man wird uns aussaugen, wie der Marder das Kaninchen meines Kindes. Letzten Herbst war das oder der davor? … Und das Kind hat geschrien, als wenn es kein Morgen gäbe.”

Frau Grau ist wütend auf Isabell. Ihre Tochter hat das Elternhaus in der Provinz verkauft, und es in der Großstadt zur Hausbesitzerin und Vermieterin gebracht. In ihrer riesigen Altbauwohnung lebt sie einsam mit ihrem Mann. Der hat Migräne und “versteckt sich vor der Welt”, aber vielleicht ist er ihr auch “schon längst davongerannt”. Isabell sucht Kontakt zu ihrer jungen stillen Nachbarin Leyla, die mit ihrem Freund Ibrahim zusammenlebt, der als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland kam. Leyla ist in Deutschland geboren, doch sie hat früh gelernt, dass man als Migrantenkind nicht auffallen darf. Ihre Angst davor, “die Ordnung der Dinge zu stören”, bestimmt ihr Leben. Leyla hat Ibrahim in der Uni kennengelernt. Ibrahim studiert eigentlich Maschinenbau, arbeitet jetzt aber als Dolmetscher in der Turnhalle. In dieser hat man Frau Grau und ihrem Pflegeheim “einen Haufen hoffnungsloser Leben vor die Nase gesetzt“, Ibrahim will seinen Landsleuten helfen. Er hasst das “unterwürfige Lächeln” Leylas, die sich der immer häufigeren Besuche ihrer aufdringlichen Vermieterin nicht erwehren kann. Isabell sucht ihre Verlorenheit und ihre “verborgenen Wünsche” mit dem Leben der Nachbarn zu füllen. Frau Grau dagegen hasst alles Fremde und warnt ihre Tochter vor den Nachbarn: “Glaube nur ja nicht, dass man mit denen befreundet sein kann.” Dann schlägt ein Ereignis ein und “setzt alles in Brand”.

Azar Mortazavi wurde für ihr erstes Theaterstück “Todesnachricht” mit dem Else-Lasker-SchülerStückepreis ausgezeichnet und mit “Ich wünsch mir eins“ zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Nach ihrer Mitarbeit an dem Dokumentartheaterstück “Urteile” ist die Uraufführung “Stille Nachbarn” ihre zweite Arbeit am Residenztheater über das Zusammenleben in Deutschlands moderner Einwanderungsgesellschaft. Die von Mortazavi einfühlsam beschriebenen, auf allen Seiten wirksamen Mechanismen von Angst und Furcht sind dabei die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für ein gedeihliches Zusammenleben und eine gemeinsame Zukunft. Aureliusz Śmigiel inszeniert nach seiner bildstarken Regiearbeit von Fassbinders “In einem Jahr mit 13 Monden” die Uraufführung im Rahmen des Marstalljahresplans.

Vorstellungsdauer: noch nicht bekannt

Veranstaltungsort: Marstall

Quelle: https://www.residenztheater.de/

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