Endspiel

Endspiel

von Samuel Beckett

 

Regie: Anne Lenk
Bühne: Judith Oswald
Kostüme: Sibylle Wallum

 

 

Wie hat Ihnen/Dir die Vorstellung "Endspiel" gefallen?

Ergebnis ansehen

Loading ... Loading ...

Besetzung

Premiere 16 Nov 18

 

 

 

 

 

 

 

“Es geht zu Ende, und bis das Ende da ist, wird gespielt … um die Zeit und mit ihr den Schmerz zu vertreiben.” Seit der Uraufführung am 3. April 1957 im Royal Court Theatre in London gehört Samuel Becketts “Endspiel” zu den großen Überlebensdramen der Theaterliteratur. Trotz Endzeitstimmung und Weltuntergang in einem bunkerartigen Raum wird der tragikomische Alptraum der vier letzten Menschen, Hamm, seines Dieners Clov und Hamms Eltern Nagg und Nell zu einem Spiel der Träume und Erinnerungen. Becketts Figuren scheinen die letzten Überlebenden einer dekadenten Gesellschaft, welche dank ihrer Vorsorge und ihres Wohlstandes die Katastrophe überlebt haben und nun gezwungen sind, mit den Trümmern ihrer Erinnerung auf ewig weiterzuleben.

Wie kann man die Geschichte eines Lebens erzählen? “Man kann es nicht”, antwortet Beckett, indem man “nachträglich eine Ordnung erfindet, um einem Leben eine Interpretation überzustülpen und so vielleicht die Zufälligkeit des Lebens widerlegen zu können.” Beckett rückt eher die Verrücktheiten in den Blick, in denen sich Menschen verstricken, um ins Leben hineinzukommen oder wenigstens das Gefühl zu bekommen, sie befänden sich mitten darin. Wenn die Außenwelt verschwunden ist, beginnen die inneren Stimmen zu reden. Es sind permanente Metamorphosen von Ernst und Unernst, von Kitsch und Poesie, von Parodie und schrecklicher Wahrheit. Man kann es fast nicht weiter treiben als Beckett es getan hat: Die Außenwelt ist gestorben, es gibt keine Natur mehr; es gibt praktisch nichts außer den gezeigten Innenraum. “Alles scheint sich in einem Kopf abzuspielen; die beiden Fenster sind die Augen, die sich auf eine tote Welt richten.” Es scheint, dass Menschen an den Rand ihrer Gewissheiten geraten – und angesichts der untergegangenen Außenwelt in ihrem inneren Gefängnis gezwungen sind, ihr eigenes Sterben zu belauschen. Der Traum und die Befreiung, die der Tod in sich birgt, die Erfüllung ihrer Sehnsucht, endlich “weggehen” zu können, danach, dass alles “zu Ende” ist, bleibt ihnen verwehrt.

Immer wieder wurde Beckett zu Sinn und Bedeutung seiner absurden Theaterstücke befragt. Immer wieder hat er sich gegen jegliche Interpretation und Ausdeutung gewehrt. “Pathos ist der Tod des Stückes“, sagte Beckett den Schauspielern seiner Inszenierung, und: “Ich möchte, dass in diesem Stück viel gelacht wird. Es ist ein Spielstück.” Anne Lenk inszeniert nach Grillparzers “Das goldene Vlies” und Bergmans “Das Schlangenei” Becketts “Endspiel” als komödiantisches Schauspielerfest.

 

Vorstellungsdauer: n.n.

Veranstaltungsort: Residenztheater

Quelle: https://www.residenztheater.de/

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.