Castor et Pollux

Castor et Pollux

von Jean-Philippe Rameau

Inhaltsangabe

Genau genommen sind sie keine Zwillinge, auch wenn sie wegen derselben Mutter als solche bezeichnet werden: das mythologische Brüderpaar Castor und Pollux. Sie haben nicht nur unterschiedliche Väter, sondern einer von ihnen ist sterblich, der andere nicht. Beide lieben dieselbe Frau, Telaire. Sie entgegnet die Gefühle Castors, des Sterblichen. Als dieser umkommt, ist Pollux aus Bruderliebe bereit, ihn aus der Unterwelt zurückzuholen. Doch die Totenwelt gibt ihre Bewohner nie ohne hohen Preis zurück: Pollux soll auf seine Unsterblichkeit verzichten …

Jean-Philippe Rameaus Tragédie en musique, die erstmals 1737 an der Pariser Académie Royale de Musique gespielt wurde, verhandelt Leben und Tod auf eine so tollkühne Art und Weise, dass am Ende die Aufhebung der Grenze kurz bevorsteht. Es ist erstaunlicherweise die Liebe und der Zweifel Telaires, die sich dem revolutionären Sprengsatz der Bruderliebe widersetzt und die Katastrophe in Gang bringt. Doch durch das Eingreifen Jupiters werden beide Brüder unsterblich und überleben als Sternbild. So wie die Grenze zwischen Tod nicht mehr klar zu ziehen ist, sind es aus heutiger Sicht die Genregrenzen, die Rameau verschwimmen lässt. Wild springt das Werk zwischen Gesang und Tanz hin und her und lotet die Regeln der Bühne neu aus. Genau dieses Moment hat Rameau im Jahre 1754 in der Überarbeitung der Oper verstärkt, so dass sich seine Oper fast zwei Jahrzehnte nach der Uraufführung stark wandelte. Auf viele schöne musikalische Momente hat Rameau verzichtet, um dem Stoff weitere Facetten abzuringen – so erleben wir den der Liebe zu Telaire unterlegenen Pollux in ganz neuem Gesicht.

Mitwirkende und Besetzung

Musikalische Leitung: Ivor Bolton
Inszenierung: Hans Neuenfels
Bühne: Philipp Fürhofer
Kostüme: Reinhard von der Thannen
Choreographie: Mirjam Karvat
Licht: Stefan Bolliger
Kostüm Assistenz: Coline Meret Lola Jud, Florian Parkitny
Dramaturgie: Rainer Karlitschek

Télaire: Emöke Barath
Phébé: Alix Le Saux
Castor: Caspar Singh
Pollux: Edwin Crossley-Mercer
Jupiter: Guilhem Worms
Mercure: Anthony Gregory
Le grand Prêtre de Jupiter: Boris Prýgl

Münchner Festspielorchester
Balthasar-Neumann-Chor

Veranstalterinfos

Premiere am 26.06.2020

Vorstellungsdauer: noch nicht bekannt
Veranstaltungsort: Prinzregententheater (Bayerische Staatsoper)

Quelle: https://www.staatsoper.de

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