Turandot

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Turandot

Dramma lirico in drei Akten (fünf Bildern)

Komponist Giacomo Puccini · Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Inszenierung: Carlus Padrissa – La Fura dels Baus
Bühne: Roland Olbeter
Kostüme: Chu Uroz
Video: Franc Aleu
Licht: Urs Schönebaum
Dramaturgie: Andrea Schönhofer
Dramaturgie: Rainer Karlitschek
Chöre: Sören Eckhoff

 

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Besetzung

La principessa Turandot: Nina Stemme
L’imperatore Altoum: Ulrich Reß
Timur, Re tartaro spodestato: Goran Jurić
Il principe ignoto (Calaf): Stefano La Colla
Liù: Golda Schultz
Ping: Andrea Borghini
Pang: Kevin Conners
Pong: Matthew Grills
Un mandarino: Anatoli Sivko
Il principe di Persia: Thorsten Scharnke

Bayerisches Staatsorchester
Chor, Extrachor und Kinderchor der Bayerischen Staatsoper

 

Das Volk im Blutrausch: Die öffentliche Köpfung eines weiteren Freiers der Herrscherin steht bevor. Denn Prinzessin Turandot will niemals einem Mann gehören. Darum muss jeder, der sie heiraten will, drei Rätsel lösen. Wer dies nicht schafft, bezahlt mit seinem Leben. Ein unbekannter Prinz, abgestoßen von Turandots Grausamkeit, doch angezogen von ihrer Schönheit, geht dieses lebensgefährliche Risiko erneut ein – und löst die Rätsel. Doch hat er dadurch die eiskalte, männermordende Herrscherin zur Liebe erweckt und den Grausamkeiten ein Ende gesetzt?

Turandot ist Giacomo Puccinis letzte Oper. Er starb zu einem Zeitpunkt, an dem er über ein bis dahin ungelöstes dramaturgisches Problem mit der Komposition ins Stocken geraten war: Die Prinzessin sollte ein Gegenentwurf zum Antifeminismus des Fin de siècle werden. Doch wie sollte er die Verwandlung der Männermordenden zur Liebenden umsetzen? Puccini hinterließ die finale Liebesszene zwischen Turandot und Calaf unvollendet.

I. Akt

In einer kalten Eis-Arena warten die Bürger auf das große Spektakel der öffentlichen Hinrichtungen. Der Mandarino, virtueller Vertreter der Turandot, gibt bekannt, dass Prinzessin Turandot nur den Prinzen heiraten werde, der ihre drei Rätsel löst. Da der letzte Kandidat – immerhin der Prinz von Persien – die Rätsel nicht lösen konnte, soll er geköpft werden. Als Appetitanreger für die Hinrichtung wird ein Eishockey-Spiel gegeben. Im Gedränge fällt Timur, ein blinder Alter, zu Boden. Seine Dienerin Liù bittet um Hilfe. Ein Fremder, dessen Namen Calaf niemand weiß, eilt herbei und erkennt in dem Mann seinen eigenen Vater, den ehemaligen König der Tartaren, der fliehen musste und seinen Sohn für tot hielt.
Das Spektakel der Hinrichtung schreitet voran. Nach dem Einzug des Henkers Pu-Tin-Pao und seiner Helfer wird der Prinz von Persien vorgeführt und erregt das Mitleid des Publikums. Die Menschen verhüllen ihre Augen vor Prinzessin Turandot, die ungerührt das Zeichen zur Hinrichtung gibt. Ungeachtet dessen ist Calaf geblendet von der Schönheit der Prinzessin und beschließt trotz der Warnungen von Timur, Liù und den Ministern Ping, Pang und Pong, sich mit drei Gongschlägen als neuer Kandidat anzukündigen.

II. Akt

Ping, Pang und Pong beklagen die Opfer von Turandots Willkür. Unter dem Einfluss von Alkohol ersehnen sie bessere Zeiten und Frieden in ihrer Heimat. Erinnerungen und Sehnsucht an ein warmes und sinnliches Leben treten vor ihr geistiges Auge.

Das Volk, ordentlich und effizient, bereitet das Spektakel der Brautwerbung des neuen Kandidaten vor. Vor dem Eis-Wolkenkratzer des öffentlichen Fernsehens findet eine Parade für den Kaiser statt. Kaiser Altoum versucht erfolglos, den unbekannten Prinzen von seinem Abenteuer abzuhalten. Da erscheint die Prinzessin aus Eis: Sie erzählt die Geschichte ihrer Vorfahrin, Prinzessin Lo-u-ling, die von einem Fremden – wie Calaf – vergewaltigt wurde, und deren Leid sich tief in ihre Seele eingegraben habe. Aus diesem Grund schütze sie sich durch das grausame Werbungsritual und stelle jedem Anwerber vor drei Rätsel. Calaf jedoch löst ein Rätsel nach dem anderen. Die Eishülle der Prinzessin schmilzt. Nachdem der ihr unbekannte Prinz das letzte Rätsel gelöst hat, fordert dieser seinen Preis. Doch Turandot fleht zu ihrem Vater, er möge sein Versprechen brechen und sie nicht dem Fremden ausliefern. Calaf bietet Turandot daraufhin seinerseits ein Rätsel an: Wenn sie bis zum nächsten Morgen seinen Namen errate, ginge er in den Tod.

III. Akt

Niemand schläft in der Stadt. Alle Bürger wollen den Namen des Fremden wissen. Ping, Pang und Pong dringen auf Calaf ein, der sich ihren Bestechungsversuchen widersetzt. Hierauf werden Timur und Liù, die mit dem Fremden zusammen gesehen worden sind, herangeschleppt. Da sie um die wahre Identität des Fremden zu wissen scheinen, fordert Turandot den Namen des erfolgreichen Kandidaten. Liù stellt sich vor Timur und behauptet, nur ihr allein sei der Name bekannt. Der Folterknecht Pu-Tin-Pao wird gerufen, um sie der Bambusfolter zu unterziehen, bei der ein Bambus langsam durch den Körper des Opfers wächst. Doch Liù schweigt und gesteht Turandot, dass die Liebe ihr Kraft für dieses Opfer gebe. Sie bringt sich um, ohne den Namen verraten zu haben.
Doch Liùs Opfer verwandelt die Gesellschaft. Die alte Tao-Philosophie lebt auf, und Turandot versteht die Bedeutung der Liebe.

Hier endet Puccinis Manuskript. Liù ist jetzt Poesie…

 

Vorstellungsdauer: ca. 2 Std. 45, zwei Pausen

 

 
Veranstaltungsort: Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

 

Quelle: https://www.staatsoper.de/