Theaterjugendring München

Tartuffe

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Tartuffe

von Molière

 

Regie: Mateja Koležnik
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Kostüme: Alan Hranitelj
Musik + Komposition: Mitja Vrhovnik-Smrekar
Licht: Gerrit Jurda
Choreographie: Matija Ferlin
Mitarbeit Sprachregie: Andreas Sippel
Dramaturgie: Götz Leineweber

 

 

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Besetzung

Premiere am 29.06.2017

Ulrike Willenbacher: Madame Pernelle, Orgons Mutter
Oliver Nägele: Orgon, Elmires Ehemann
Sophie von Kessel: Elmire, Orgons Ehefrau
Christian Erdt: Damis, Orgons Sohn
Nora Buzalka: Mariane, Orgons Tochter und Geliebte des Valère
Gunther Eckes: Valère, Marianes Geliebter
Bijan Zamani: Cléante, Orgons Schwager
Philip Dechamps: Tartuffe
Charlotte Schwab: Dorine, Marianes Zofe
Arnulf Schumacher: Monsieur Loyal, Gerichtsvollzieher
Paul Wolff-Plottegg: Ein Gesandter des Königs

 

Als ein höchst gefährliches Dokument, das beim Publikum staats- und religionsumstürzlerische Gedanken provozieren und die Ordnung gefährden könnte, sahen Klerus und weltliche Macht Molières Stück „Tartuffe“, als es in der Hochzeit des Absolutismus 1664 uraufgeführt wurde. Ob der Autor den politischen Sprengstoff bewusst in seine Komödie eingebaut hat oder nicht: Die Kabale um Liebe und Religion entlarvt die zerstörerische Kraft, die jeder religiösen Diktatur innewohnt.

Der wohlhabende Pariser Bürger Orgon verfällt einem demutsvollen Frömmler – dem Betrüger Tartuffe –, der ihm zum wahren Glauben verhelfen soll. Orgon nimmt den Habenichts in sein Haus auf, verspricht ihm sogar die Hand seiner Tochter, obwohl Mariane bereits glücklich verlobt ist. Tartuffe hingegen versucht, Orgons Frau zu verführen. Dessen Sohn belauscht das Betrugsmanöver und informiert seinen Vater. Der jedoch, verblendet von seinem religiösen Eifer, verflucht nicht den Eindringling, sondern seinen Sohn und überschreibt sein Vermögen dem scheinheiligen Tartuffe. Erst als der Hausherr selbst Zeuge der Hinterhältigkeit seines vermeintlichen Freundes wird, jagt er den Heuchler aus dem Haus. Aber der Verlierer Tartuffe, entschlossen, sich aus seiner Machtlosigkeit zu befreien, setzt Orgon und seine ganze Familie unter Druck, indem er Anspruch auf deren Besitz erhebt.

Kein Wunder, dass „Tartuffe“ in der Zeit König Ludwigs XIV. sein Publikum entsetzte, galt doch unter der Regentschaft des absolutistischen Herrschers alle weltliche Macht als von Gott verliehen. Schon bei Molière versteckten sich hinter den komödiantischen Masken seiner Protagonisten Orgon und Tartuffe tatsächlich gänzlich unkomische, makabre Charaktere. Beide sind zum Äußersten bereit – der gesellschaftlich Mächtige in seiner Hoffnung auf Absolution, der notorische Verlierer in seiner Gewaltbereitschaft. Das Stück demaskiert nicht nur die Bigotterie der Besitzenden, sondern es zeigt auch, wie die Religion – damals wie heute – als ideales Instrument, ja, als Waffe eingesetzt werden kann, um übelste Machenschaften zu rechtfertigen.

Regisseurin Mateja Koležnik, die in der Spielzeit 2015/16 im Residenztheater Sophokles´ „König Ödipus“ gezeigt hat, wird „Tartuffe“ inszenieren.

 

Vorstellungsdauer: n. n.

 

Quelle: https://www.residenztheater.de/