Theaterjugendring München

OJM Jugendkonzert

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OJM Jugendkonzert: Nacht & Nebel (Frankreich, 1956)
Dokumentarfilm mit Livemusik + Zeitzeugen-Gespräch

 

Regie: Alain Resnais
Musik: Hanns Eisler (Originalkomposition)
Text: Jean Cayrol (deutsche Nachdichtung von Paul Celan)

 

Als Mahnmal gegen das Vergessen schuf Alain Resnais 1955 mit Nacht und Nebel eine eindringliche Dokumentation über das Geschehen in den Konzentrationslagern. Neben seiner Bedeutung als zeitloses Zeugnis über den unmenschlichen Lagerkosmos stellt der Film ein herausragendes Kunstwerk dar: Einprägsame Bilder verbinden sich mit der Musik Hanns Eislers und den Texten des französischen Schriftstellers Jean Cayrol und des Lyrikers Paul Celan, die beide den Holocaust überlebten. So entsteht das gelungene Beispiel einer neuen Ästhetik, die das Dokumentarische zum Essay wandelt, ein Film von zeitloser Aktualität und erbarmungsloser Eindringlichkeit. „Das Verhältnis von Text und Bild in Nacht Nacht und Nebel ist vollkommen. Es ist schwer zu sagen, woher genau in Jean Cayrols Text der Eindruck rührt, dass er mehr ist als ein bloßer Kommentar. Fast klingt er wie eine Stimme aus dem Grab, ein tonloses Gemurmel, in dem zum Ausdruck kommt, dass keine Sprache mächtig ist zu erklären, was die Bilder zeigen.“ (Frieda Grafe, Enno Patalas, Filmkritik 1966) „Resnais Dokumentarfilm ist eines der wichtigsten filmischen Werke über die deutschen Konzentrationslager. Mit größter stilistischer Zurückhaltung und einer äußerst sensiblen deutschen Fassung durch Paul Celan wird eine Darstellung des Grauens erarbeitet, in der die zeitgenössische Wirklichkeit von Auschwitz/ Birkenau mit den Dokumenten der Alliierten Wochenschau-Bilder konterkariert wird. Ein Film aus der Erinnerung des Nichtschilderbaren heraus: Er antizipiert die Unmöglichkeit, den Holocaust zu dramatisieren und desavouiert alle wohlfeilen Versuche, die Geschichte dieser Monstrosität ‚zu erzählen‘.“ (Lexikon des Internationalen Films) Eine Aufführung dieses einzigartigen Filmdokuments zusammen mit den Texten und der Musik, die live vorgetragen werden, ist ein eindrückliches Erlebnis, das diesem wichtigen Thema gerecht wird. In der ersten Hälfte des Konzerts führt Daniel Grossmann ein Gespräch mit einer Zeitzeugin.

Altersempfehlung: 14+

Vorstellungsdauer: ca. 1 Std., Filmlänge ca. 30 min

Veranstaltungsort: Hubert-Burda-Saal

Quelle: Orchester Jakobsplatz München