Theaterjugendring München

Lilja 4-ever

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Lilja 4-ever

nach Lukas Moodysson

 

Regie: Anja Sczilinski
Bühne: Bärbel Kober
Kostüme: Eva Bienert
Musik: Sonny Thet
Licht: Uwe Grünewald
Choreographie: Alan Brooks
Video: Vanessa Hafenbrädl
Dramaturgie: Thorben Meißner +
Götz Leineweber

 

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Besetzung

Soraya Bouabsa: Lilja
Simon Schwald: Volodja
Zoe Thurau: Natascha
Khadija Diedhiou: Nastasja
Philip Froissant: Nataschas Freund
Rouven Blessing: Juri
Wiktor Grduszak: Gregor
Lugh Wittig: Andrej
Genija Rykova: Olga, Liljas Mutter / Anna
Gunther Eckes: Sergej / Ljubomir
Katharina Schnagl: Lehrerin / Chorführerin
Nadja Sabersky: Frau im Sozialamt / Chorführerin
Philipp Gorissen Mann / Chorführer
Sonny Thet / Eugen Bazijan: Cellist

 

Programmheft

 

Lilja ist sechzehn. Sie lebt mit ihrer Mutter irgendwo. Irgendwo in Russland, an einem Ort voller Perspektivlosigkeit, Tristesse und lähmender Leere. An einem Ort, an dem ein Tag wie der andere vergeht. Alle, die dort leben, träumen von einer besseren Zukunft, wollen weg. Liljas Mutter brennt mit ihrem neuen Freund durch, einem Russen, der in Amerika lebt. Zurück bleibt Lilja. Allein.

Offiziell kümmert sich ihre Tante Anna um sie, doch die gefühlskalte, frustrierte Frau steckt Lilja in eine Bruchbude und zieht selbst in die schickere Wohnung. Sie bietet Lilja keinerlei emotionalen Schutzraum, sondern überlässt das Mädchen vollkommen sich selbst. Auf Liljas Trauer und Wut folgt ein Gefühl der Freiheit: eine eigene Wohnung, viele Partys, ein Leben ohne Kontrolle, sich fallen lassen, abtauchen, betäuben, nichts fühlen, sich aufgeben, cool bleiben, weitermachen. An ihrer Seite steht Natascha, ihre angeblich beste Freundin, die jedoch, um sich selbst zu schützen, Lilja verrät, ihr Ansehen und ihre Ehre verletzt. Als sich auch noch ihre Freundesclique von ihr abwendet, wird Lilja zur Einzelkämpferin. Nur ihr kleiner Freund und Nachbar, der zwölfjährige Volodja, bleibt. Ihm kann sie sich anvertrauen.

Das zurückgelassene Geld von der Mutter ist bald aufgebraucht, alle Vorräte gehen zur Neige, trotzdem muss man irgendwie überleben – aber wie? Eines Tages taucht der wesentlich ältere Andrej auf und verspricht ihr eine bessere gemeinsame Zukunft in der Ferne. Lilja blüht auf. In Europa angekommen realisiert sie aber schneller als ihr lieb ist, dass sie keineswegs die ersehnte Geborgenheit und Sicherheit erwartet: Der gefälschte Ausweis wird ihr abgenommen, sie wird in eine heruntergekommene Wohnung eingesperrt und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

„Lilja 4-ever“, der Spielfilm des schwedischen Regisseurs Lukas Moodysson aus dem Jahr 2002, erzählt eine Geschichte über Kinderarmut, Überlebensstrategien, Freundschaft, stark sein müssen, nicht stark genug sein können – von einem beispielhaften Einzelschicksal in einem Milieu aus kriminellem Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Anja Sczilinski inszeniert „Lilja 4-ever“ mit der intergroup des JUNGEN RESI, die aus Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln besteht, die in München und Umgebung leben. Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern des Residenztheaters erarbeiten sie eine Inszenierung und setzen sich mit verschiedenen Lebensentwürfen und Möglichkeiten Jugendlicher innerhalb und außerhalb Europas auseinander – einem Europa, in dem unsere Sicherheiten vielleicht gar nicht so sicher sind – und entdecken dabei, wie fragil Europa sein kann.


Vorstellungsdauer: ca. 1 Std. 30, keine Pause


Veranstaltungsort: Marstall

Quelle: https://www.residenztheater.de/