Theaterjugendring München

La Fille mal gardée

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La Fille mal gardée

Choreographie Frederick Ashton · Komponist Ferdinand Herold arrangiert von John Lanchberry

 

 

Musikalische Leitung: Myron Romanul
Choreographie: Frederick Ashton
Musik: Ferdinand Herold
Musikalische Einrichtung: John Lanchbery
Bühne und Kostüme: Osbert Lancaster

 

 

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Besetzung

Lise: N.N.
Colas: N.N.
Witwe Simone: N.N.
Alain: N.N.

Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
Bayerisches Staatsorchester

 

 

 

Selige oder unselige Zeiten, als man junge Mädchen noch behüten konnte / wollte / musste, wie in dieser ältesten noch getanzten Balletterzählung aus dem späten 18. Jahrhundert. Frederick Ashton träumt diesen Zeiten nach in seinem heiter nachempfundenen Meisterwerk von 1960. Er erzählt die Geschichte der jungen Liebenden Lise und Colas, der Witwe Simone, des Farmers Thomas und seines reichlich tölpelhaften Sohnes Alain mit kunstvollster Einfachheit und virtuosester Naivität.

Wir sehen Heuwagen, Ponys, einen Hahn mit seinen Damen, man tanzt um den Maibaum und wird vom sommerlichen Gewitterregen überrascht… Gleichzeitig aber genießt man einen choreographischen Geniestreich, durch den all diese harmlos-zauberhaften Bilder mitsamt der süß-wohlklingenden Musik in blitzenden Tanz verwandelt werden. Wenige Ballette des 20. Jahrhunderts stellen an ihre Protagonisten solche Ansprüche an ihre klassische Technik. Und wenige Ballette können es wagen, mit so ironisch verschmitzter Freude einfach hübsch zu sein.

1. Bild: Der Wirtschaftshof
Lise, die einzige Tochter der Witwe Simone, Besitzerin einer florierenden Landwirtschaft, ist in den jungen Landwirt Colas verliebt, doch ihre Mutter hat bedeutend ehrgeizigere Pläne.
Der Hahn und die ihn begleitenden Hennen verkünden den Morgen eines arbeitsreichen Tages. Lise ist enttäuscht, Colas nicht zu sehen. Sie läßt ein Band liegen, das sie, als Zeichen ihrer Liebe, zu einem »Knoten der Liebenden« gebunden hat. Colas findet es und bindet es an seinen Stab. Die Verliebten treffen sich, doch sie werden von Simone gestört, die ihrer Tochter befiehlt, sich an die Arbeit zu machen. Dorfmädchen laden Lise zum Spiel ein, aber Lises Gedanken sind anderswo. Da erscheint Thomas, der reiche und hochtrabende Weingutsbesitzer in Begleitung seines Sohnes Alain. Simone ahnt das Vorhaben der beiden und schickt Lise fort. Thomas bittet um die Hand ihrer Tochter für seinen Sohn. Der zurückkehrenden Lise gegenüber benimmt sich Alain ungeschickt und plump. Das Mädchen zeigt sich belustigt und in keiner Weise von Alain eingenommen. Alle brechen zur Ernte auf.

2. Bild: Das Getreidefeld
Es ist Erntezeit und die von Colas angeführten Schnitter entspannen sich von der Feldarbeit mit einem fröhlichen Tanz. Lise tanzt mit Alain, doch Colas tritt dazwischen und das junge Mädchen gibt ihm den Vorzug. Die Schnitter machen sich über Alain lustig, so daß ihn sein entrüsteter Vater vor den derben Späßen schützen muß. Triumphierend tanzt Colas mit Lise. Die allgemeine Ausgelassenheit wird plötzlich von Sturm und Regen unterbrochen.

3. Bild: Das Innere des Landhauses
Mutter und Tochter sind vom Regen durchnäßt in ihr Haus zurückgekehrt. Sie setzen sich ans Spinnrad. Doch der Schlaf überwältigt Simone, und Lise, die Colas durch den Zaun erblickt hat, schickt sich an, der Mutter die Haustürschlüssel abzunehmen. Simone erwacht und versucht, um nicht wieder einzuschlafen, auf einem Tamburin Lise zum Tanz aufzuspielen. Bald jedoch wird sie wieder von ihrer Müdigkeit übermannt. Die heimkehrenden Schnitter wecken Simone auf. Colas tritt mit ihnen ein und versteckt sich hinter einem Strohhaufen. Simone bemüht sich um einen Trunk für die Schnitter. Lise, die sich alleine glaubt, träumt von den Freuden des Ehelebens. Da tritt Colas aus seinem Versteck hervor. Die Verliebten beteuern sich gegenseitig erneut ihre Gefühle. Als Simone erscheint, läßt Lise den jungen Mann in ihr Schlafzimmer verschwinden. Dennoch bemerkt die überaus wachsame Mutter, daß sich die Verliebten getroffen haben und schließt ihre Tochter sicherheitshalber ins Schlafzimmer ein, ohne zu ahnen, daß sich Colas dort befindet.
Alain und sein Vater kommen in Begleitung des Dorfnotars, um den Ehekontrakt aufzusetzen. Als die Unterschriften geleistet sind, übergibt Simone dem zukünftigen Schwiegersohn den Schlafzimmerschlüssel. Nach kurzer tolpatschiger Unschlüssigkeit schließt dieser die Tür auf und die Verliebten treten zur allgemeinen Bestürzung aus dem Zimmer. Sie bitten Simone um Vergebung und Segen. Der Raserei von Thomas und Alain trotzend, gibt Simone zur Freude des Paares und der anwesenden Dorfbewohner schließlich ihre Einwilligung.

 

Vorstellungsdauer: ca. 2 Std. 15, eine Pause

 

 

Veranstaltungsort: Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

 

Quelle: https://www.staatsoper.de/