Theaterjugendring München

Kinder der Sonne

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Kinder der Sonne

von Maxim Gorki

 

Regie: David Bösch
Bühne: Patrick Bannwart
Kostüme: Meentje Nielsen
Musik: Karsten Riedel

 

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Besetzung

Premiere 23. September 2017

n.n.

 

 

 

 

 

Die Zeichen stehen auf Sturm. Nach den blutig niedergeschlagenen Demonstrationen vom Petersburger Blutsonntag sitzt Maxim Gorki in Festungshaft und schreibt sein drittes Drama: „Kinder der Sonne“. Aus dem folgenden Generalstreik entwickelt sich die Russische Revolution von 1905. Auf Sturm stehen die Zeichen bereits dreizehn Jahre zuvor bei dem Cholera-Aufstand an der unteren Wolga, der den Hintergrund für Gorkis Drama bildet. Die Cholera – eine hochansteckende Krankheit, von der man bereits seit der Mitte des Jahrhunderts weiß, dass sie direkt auf die armseligen Lebensverhältnisse großer Teile der Bevölkerung zurückzuführen ist, vor allem auf die mangelhafte Versorgung mit sauberem Trinkwasser – trifft Russland nach der großen Hungersnot von 1891. Die gewalttätigen Ausschreitungen richten sich gegen die wissenschaftlichen Eliten, vor allem gegen Ärzte, die der Geschäftemacherei und sogar der aktiven Vergiftung der Bevölkerung bezichtigt werden. Im Haus des Chemikers Protassow ist von den stürmischen Zeiten draußen wenig zu spüren. Viel zu sehr ist er auf die großen Fragen seines Fachs, etwa die Herstellung künstlichen Lebens, und die kleinsten Fortschritte seiner Experimente konzentriert. Darüber droht ihm sogar die schwere Krise zu entgehen, in der sich seine Frau Jelena befindet. Sie verbringt ihre Zeit mit dem Maler Wagin, der sich ebenfalls mit einem epochalen Werk befasst, allerdings auch hauptsächlich in Gedanken: „Der Sonne entgegen“ wird das Opus magnum einmal heißen, das die Aufbruchstimmung und Mission einer ganzen Generation zum Ausdruck bringen soll. Seine Liebe allerdings erwidert Jelena nicht. Derweil wird Protassow von Melanija umschwärmt, einer Witwe, die ihr bisheriges Leben an einen alten reichen Mann verkauft hatte und nun auf eine erfüllte Zukunft an der Seite des brillanten Wissenschaftlers hofft. Einen Blick in die Realität außerhalb der eigenen vier Wände und des eigenen Milieus hat einzig Lisa gewagt, Protassows Schwester. Was sie gesehen hat, erschien ihr äußerst erschreckend und es ist ihr seither nicht gelungen, die Angstzustände zu überwinden, die diese Begegnung mit der Wirklichkeit ausgelöst hat.

Am Ende werden sich die um sich selbst und umeinander kreiselnden Figuren dieser kleinen Welt im Konjunktiv nicht mehr vor Lisas Vision verschließen können: „Ich habe den blanken Hass auf der Straße gesehen, Massen von rasenden Bestien, die sich gegenseitig voll Lust abgeschlachtet haben. Sie hassen euch, weil ihr euch entfremdet habt und ihr hartes unmenschliches Dasein ignoriert. Ihr Hass ist blind, aber ihr provoziert ihn und er wird euch vernichten!“

 

Vorstellungsdauer: n.n.

 

Veranstaltungsort: Residenztheater

 

Quelle: https://www.residenztheater.de/