Theaterjugendring München

Jenůfa

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Jenůfa

Oper in drei Akten aus dem mährischen Bauernleben

Komponist Leoš Janáček · Libretto vom Komponisten nach Gabriela Preissová

 

Musikalische Leitung: Tomáš Hanus
Inszenierung: Barbara Frey
Bühne: Bettina Meyer
Kostüme: Bettina Walter
Licht: Michael Bauer
Choreographische Mitarbeit: Zenta Haerter
Chor:Sören Eckhoff

 

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Besetzung

Die alte Buryja: Hanna Schwarz
Laca Klemen: Stuart Skelton
Steva Buryja: Pavol Breslik
Die Küsterin Buryja: Karita Mattila
Jenufa: Sally Matthews
Altgesell: Christian Rieger
Dorfrichter: Kristof Klorek
Frau des Dorfrichters: Heike Grötzinger
Karolka: Laura Tatulescu
Schäferin: Alyona Abramowa
Barena: Niamh O’Sullivan
Jano: Elsa Benoit
1. Stimme: Anna El-Khashem
2. Stimme: Milan Siljanov

Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

 

Eine junge Frau liebt leidenschaftlich einen von zwei rivalisierenden Halbbrüdern. Sie wird unehelich schwanger und von ihm verlassen. Der andere würde sie nehmen, das Kind seines stets beneideten Bruders will er nicht. Die Stiefmutter der jungen Frau, die sich um sie wie um eigenes Fleisch und Blut sorgt, sieht nur einen Ausweg: Nach heimlicher Entbindung ertränkt sie das neue Leben im winterlichen Fluss. Mit dem Frühling steht eine Hochzeit an. Doch das Eis taut und gibt die zerstörten Hoffnungen des zurückliegenden Sommers frei. Im Glauben ihr Bestes zu wollen, geleitet von eigenen Enttäuschungen und beeinflusst von einer starren Moral, greift die Küsterin unumkehrbar, dem Schicksal gleich ins Leben ihrer Stieftochter Jenůfa ein. Sie lädt schwere Schuld auf sich. Leoš Janáček erzählt dies drastisch und illusionslos, jedoch nicht ohne uns musikalisch eine große Verheißung auf das kleine lebbare Glück zu geben.

Eine Familie, irgendwo auf dem Land.
Die Kinder sind Waisen, die Frauen Witwen.

Die alte Buryja hat ihre beiden Söhne überlebt. Die Männer haben sich zu Tode gesoffen.

Die Küsterin, Schwiegertochter der Buryja, hatte einen von ihren Söhnen geheiratet. Nach seinem Tod zieht sie dessen Kind aus erster Ehe alleine groß. Sie umsorgt die Ziehtochter Jenůfa wie ihr eigen Fleisch und Blut.
Jenůfa liebt ihren Cousin Števa Buryja, Schwarm aller Dorfschönen und Lieblingsenkel der Alten. Sein Halbbruder Laca, in die Familie eingeheiratet, neidet dem in allem bevorzugten Števa auch die Geliebte. Er fühlt sich seit früher Kindheit zu Jenůfa hingezogen.
Der Küsterin gefällt die Wahl ihrer Ziehtochter nicht. Zu sehr erinnert sie Števas Lebenswandel an ihren verstorbenen Mann, der ihr viel Kummer bereitet hat.
Den will sie Jenůfa ersparen. Es soll ihr in der Ehe einmal besser ergehen.

Jenůfa und Števa wollen heiraten. Sie erwartet von ihm ein Kind. Bisher weiß niemand davon.

1. Akt
ein Spätsommerabend, draußen
Jenůfa erwartet Števa ungeduldig von der Musterung zurück. Sie betet zur Muttergottes, dass er nicht Soldat werden muss und sie beide rechtzeitig heiraten können. Sie fürchtet die Schande eines unehelichen Kindes.
Die alte Buryja ermahnt die Enkelin zur Arbeit. Laca schnitzt an einem Peitschenstiel und belauert Jenůfa. Er hofft immer noch, dass aus Jenůfas und Števas Hochzeit nichts wird.
Die Botschaft, dass Števa nicht eingezogen wurde, eilt ihm voraus und sorgt für Aufregung.
Števa kommt mit großem Gefolge, bringt die Rekruten und ein paar Musiker mit. Jenůfa kann ihre Enttäuschung darüber, dass er wieder betrunken ist, nicht verbergen.
Števa lässt zum Tanz aufspielen und greift sich seine Braut. Die Küsterin gebietet dem ausgelassenen Treiben Einhalt. Sie wirft Števa seine Trunkenheit vor und untersagt die geplante Hochzeit. Jenůfa soll Števa erst heiraten, wenn es ihm gelungen ist, ein Jahr lang nüchtern zu bleiben. Die Menge zerstreut sich, die Großmutter tröstet die verzweifelte Jenůfa mit althergebrachten Lebensweisheiten.
Jenůfa fleht Števa an, sie nicht schwanger sitzen zu lassen. Er hat kein Ohr für ihre Probleme, erklärt ihr aber, wie sehr er ihre Schönheit liebe. Dann geht er seinen Rausch ausschlafen.
Schadenfroh bedrängt der eifersüchtige Laca Jenůfa. Als sie ihn abweist, schlitzt er ihr mit seinem Messer die Wange auf.

2. Akt
fünf Monate später, Winter, im Haus der Küsterin
Die Küsterin hat die schwangere Jenůfa über Monate im Haus versteckt. Für die Verwandten und die Leute aus dem Dorf gilt sie als verreist. Im Verborgenen hat Jenůfa einen Sohn zur Welt gebracht.

Die Küsterin, die Jenůfa entbunden, das Kind abgenabelt, gewaschen, auf den Namen Števa getauft und die Wöchnerin gepflegt hat, beklagt ihr eigenes Schicksal und überhäuft Jenůfa mit Vorwürfen. Sie brütet darüber, wie sie Jenůfa vor der Schande bewahren kann. Sie hofft auf einen Kindstod, der mit jedem Tag unwahrscheinlicher wird.

Die Küsterin hat Števa für diesen Abend zu sich bestellt. Sie gibt Jenůfa einen starken Schlaftee und schickt sie zu Bett. Števa kommt und fühlt sich unwohl in seiner Haut. Die Küsterin fleht ihn an, Jenůfas Ehre zu retten – sie doch noch zu heiraten und das Kind anzunehmen. Števa will für das Kind zahlen, heiraten aber könne er Jenůfa nicht mehr: Mit ihrem vernarbten Gesicht habe sie alle Schönheit verloren. Außerdem sei er inzwischen mit Karolka, der Tochter des Richters verlobt. Števa will einen Strich unter die Sache ziehen und läuft davon.
Laca kommt wie oft zu Besuch und erkundigt sich nach der verreisten Jenůfa. Er würde sie immer noch heiraten wollen. Die Küsterin erzählt ihm die ganze Wahrheit, verschweigt auch die Geburt des Kindes nicht. Als Laca wegen des Kindes seines Halbbruders einen Moment zögert, erklärt sie das Neugeborene kurzerhand für verstorben. Eilig schickt sie Laca unter einem Vorwand fort.
Sie trägt den schlafenden Säugling aus dem Haus und ertränkt ihn im winterlichen Fluss.
Jenůfa erwacht und findet sich im verschlossenen Haus allein. Sie sucht ihr Kind und wird fast verrückt dabei.
Die Küsterin kehrt aus der Kälte zurück. Sie ist Jenůfa eine Erklärung schuldig: zwei Tage sei diese im Fieber gelegen, das Kind währenddessen gestorben. Als Jenůfa verzweifelt nach Števa fragt, muss sie von seinem Besuch und seiner Verlobung mit einer Anderen erfahren. Laca kommt erneut und hält um Jenůfas Hand an. Die Küsterin redet Jenůfa zu, da nimmt sie den Antrag von Laca an.
Als die Küsterin den beiden ihren Segen geben will, wird sie vom Grauen gepackt.

3. Akt
zwei Monate später, Frühling, im Haus der Küsterin
Am Morgen von Jenůfas und Lacas Hochzeit sitzt eine kleine Gemeinschaft bei einem bescheidenen Fest. Die Küsterin ist mit ihren Nerven am Ende. Gegen ihren Willen sind auch Števa und seine Braut Karolka eingeladen, dazu deren Eltern – der Richter und seine Frau. Die wenigen Gäste lassen keine fröhliche Stimmung aufkommen und beanstanden die zurückhaltende Kleidung der Braut. Ein paar ungeladene Mädchen hellen die Stimmung mit einem kurzen Lied auf.

Bevor man zum Pfarrer aufbrechen will, gibt die alte Buryja dem Paar ihren Segen. Als es die Küsterin ihr gleich tun soll, unterbrechen sie aufgeregte Schreie aus der Ferne.
Unter dem schmelzenden Eis ist die Leiche eines Säuglings gefunden worden. Die Hochzeitgesellschaft stürzt davon, die Küsterin ist wie gelähmt. An ein paar Kleidungsstücken identifiziert Jenůfa ihr Kind. Man glaubt, die Mutter selbst habe ihr Kind getötet. Der Richter ist nicht Herr der Lage, eine aufgebrachte Menge will Jenůfa lynchen. Die Küsterin gesteht ihre Tat und erklärt, was sie in dieses Verbrechen getrieben hat. Sie erkennt ihre große Schuld und bittet Jenůfa um Vergebung. Karolka, dem Števas Verantwortungslosigkeit bewusst wird, annulliert ihre Hochzeit. Jenůfa versucht zu verstehen und verzeiht ihrer Stiefmutter, bevor diese sich in die Hände des Gesetzes gibt.
Auch Laca bittet Jenůfa um Vergebung. Er bleibt bei seinem Wort: noch immer will er alle Freuden und Leiden mit ihr teilen. Jenůfa nimmt Laca mit in ein anderes Leben.

 

Vorstellungsdauer: ca. 2 Std. 30, eine Pause

Veranstaltungsort: Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

 

Quelle: https://www.staatsoper.de/