Iwanow

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Iwanow

von Anton Tschechow

 

Regie: Martin Kušej
Bühne: Annette Murschetz
Kostüme: Heide Kastler
Musik: Bert Wrede
Licht: Tobias Löffler
Dramaturgie: Götz Leineweber

 

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Besetzung

Thomas Loibl: Nikolai Alexejewitsch lwanow
Sophie von Kessel: Anna Petrowna
René Dumont: Matwej Semjonowitsch Schabjelski
Oliver Nägele: Pawel Kiriljitsch Lebedjew
Juliane Köhler: Sinaida Sawischna
Genija Rykova: Sascha
Till Firit: Jewgeni Konstantinowitsch Lwow
Hanna Scheibe: Marfa Jegorowna Babakina
Paul Wolff-Plottegg: Dmitri Nikititsch Kosich
Marcel Heuperman: Michail Michailowitsch Borkin
Ulrike Willenbacher: Awdotja Nasarowna
Arnulf Schumacher: Jegoruschka
Alfred Kleinheinz: Gawrila / Piotr
Max Koch: Erster Gast
Jeff Wilbusch: Dritter Gast
Pauline Fusban: Erstes Fräulein

 

Programmheft
Podcast

 

“Iwanow ist erschöpft”, schreibt Tschechow in einem berühmten Brief, “er begreift sich selbst nicht”, aber das Leben kümmert das nicht.

Er lebt verschuldet in der Provinz und leidet, aber das Leben kümmert das nicht. Es plagen ihn Menschen, die sich an ihm bereichern, ihn plagt seine verlöschende Tatkraft und die schwindende Liebe zu seiner Frau Anna ebenso wie die Verliebtheit der jungen Sascha, aber das Leben kümmert das nicht. Das Leben verlangt die Ernte einzubringen, die Schulden zu bezahlen, sich um die kranke Anna zu kümmern und Sascha die Wahrheit zu sagen. Iwanow schiebt es auf: Anna stirbt, er verspricht Sascha die Heirat, kündigt sie auf und erschießt sich. Schwäche kann grausam sein.

Tschechow darf getrost als “Poet des Mordes und des Terrors gelesen werden, dessen Sehvermögen für den Schmerz der Existenz nur noch erhöht wird durch die disziplinierte Stimme des Verständnisses, mit dem er davon erzählt” (Rufus W. Mathewson). Iwanow wollte anfangs anderes und scheiterte damit an seiner Umgebung. Das macht ihn brutal und kalt, steigert sein Desinteresse am Leben und anderen Menschen. Auch Tschechow ist dieser Begrenztheit in seiner Arbeit immer wieder begegnet, wenn er sich für Bauern oder Strafgefangene einsetzte. Es hat ihn verhärtet, es hat seine Ideale verpanzert. Zum Glück hatte er Erfolg und auch mal eine Liebschaft, das rettet einen doch aus dem Stumpfsinn. Aber das Leben kümmert das nicht. Bis heute.

 

Vorstellungsdauer: ca. 3 Std. 20, eine Pause

Veranstaltungsort: Residenztheater


Quelle: https://www.residenztheater.de/