Theaterjugendring München

IL TRITTICO

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IL TRITTICO

Il tabarro / Suor Angelica / Gianni Schicchi
Drei Opern in je einem Akt
Komponist Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Neuproduktion

Premiere: 17.12.2017

 

Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Lotte de Beer
Bühne: Bernhard Hammer
Kostüme: Jorine van Beek
Licht: Alex Brok
Chor: Sören Eckhoff
Konzeptionelle Beratung: Peter te Nuyl
Dramaturgie: Malte Krasting

 

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Besetzung

IL TABARRO 
Libretto von Giuseppe Adami

Michele: Wolfgang Koch 
Luigi: Yonghoon Lee
Il Tinca: Kevin Conners 
Il Talpa: Martin Snell
Giorgetta: Eva-Maria Westbroek
La Frugola: Heike Grötzinger
Ein Liedverkäufer: Dean Power

SUOR ANGELICA 
Libretto von Giovacchino Forzano

Suor Angelica: Ermonela Jaho
La zia principessa: Michaela Schuster
La badessa: Heike Grötzinger
La suora zelatrice: Helena Zubanovich
La maestra della novizie: Jennifer Johnston
Suora Genoveva: Anna El-Khashem

GIANNI SCHICCHI
Libretto von Giovacchino Forzano

Gianni Schichi: Ambrogio Maestri
Lauretta: Rosa Feola
Zita: Michaela Schuster
Rinuccio: Pavol Breslik
Gherardo: Dean Power
Nella: Selene Zanetti
Betto di Signa: Christian Rieger
Simone: Martin Snell
Marco Sean: Michael Plumb
La Ciesca: Jennifer Johnston
Maestro Spinelloccio: Donato Di Stefano
Ser Amantio di Nicolao: Andrea Borghini
Pinellino: Milan Siljanov
Guccio: Boris Prýgl

 

Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

 

Das Schauerdrama an der Seine. Leiden, Tod und Verklärung einer Mutter, der man das Kind genommen hat. Und als Satyrspiel der Trickbetrug durch den gerissensten Erbschleicher des Mittelalters. Drei in sich abgeschlossene Opern, deren Geschichten nichts miteinander zu tun haben. Oder doch? Il tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi – die drei Einakter, die Giacomo Puccini unter dem kunstgeschichtlichen Begriff „Triptychon“ zusammengefasst hat – sind Wirklichkeitsausschnitte: An die Stelle des vergeblichen Versuchs, in einer großen Oper wie in einem großen Roman die Welt als Ganzes abzubilden, setzt er drei historische Schlaglichter, gebündelt durch eine Musik, die den menschlichen Regungen von unbarmherziger Kälte bis zur glühenden Leidenschaft jede Nuance abzulauschen versteht.

Drei Opern, jede einzelne in sich abgeschlossen. Drei Geschichten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, drei Orte und drei Zeiten. Keine einheitliche Erzählung, keine durchgängigen Figuren, nicht einmal derselbe musikalische Stil. Oder doch? Was Puccini in seinen drei Einaktern macht, die er unter dem der Kunstgeschichte entlehnten Begriff „Triptychon“ zusammengefasst hat, ist höchst modern – und sagt mindestens so viel über seine Zeit aus wie über Puccinis Fähigkeit, ihre Charakteristik zu erfassen. Denn die drei kurzen Opern Il tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi sind „Wirklichkeitsausschnitte“: An die Stelle der Behauptung, in einer großen Oper wie in einem großen Roman die Welt als Ganzes abbilden zu können, treten drei historische Schlaglichter. Puccini siedelt die Stücke in drei verschiedenen Epochen an, und zwar rückläufig – beginnend um 1910 und endend im frühen Mittelalter. Er blickt von oben auf die Vergangenheit und erzählt uns die Geschichte der Menschheit anhand von drei scheinbar zufällig ausgewählten Begebenheiten. Doch in der Art, wie er die Ereignisse entfaltet, nutzt er ganz spezifische Elemente von Zeit, Ort und Situation, in denen die Figuren zu sehen sind. Es ist, als würde er in einen kleinen Ausschnitt der Welt hineinzoomen und trotzdem eine universelle Perspektive gewinnen. Sie erinnert an einen riesenhaften schwarzen Tunnel, der existentiell gewendet ins Nirgendwo führt, oder an den Trichter, mit dem Walter Benjamin die Zeit als „Medium des Zwanges“ beschrieben hat, oder an jenen Tunnel, den Menschen mit Nahtoderfahrung beschrieben haben – verbunden mit Puccinis eigenem Erleben, während er dieses Werk schrieb. Der Tunnel entpuppt sich als Metapher des Lebens: Niemand weiß, wo er hergekommen ist noch wo er hingeht. Am Ende wird deutlich: Alle drei Teile von Il trittico handeln davon, wie die Menschen in ihrem Leben mit dem Tod umgehen, wie sie darum ringen, mit Verlusten fertigzuwerden, und wie ihr Verhalten dabei ihre Zukunft bestimmt. Der Tod und die Unfähigkeit der Menschen, mit der Sterblichkeit zurechtzukommen, prägen Puccinis Meisterwerk aus einer Zeit, die jeden Halt zu verlieren scheint. Es ist kein Zufall, dass dieses Stück geschrieben wurde, als der Erste Weltkrieg in Europa wütete. Und zugleich fällt es nicht schwer, die Verbindung ins Heute zu ziehen, denn gerade wegen seiner konkreten Ausarbeitung im Detail handelt es sich bei Il trittico um eine universell gültige Darstellung der conditio humana. Lotte de Beer

Vorstellungsdauer: n. n.


Veranstaltungsort: Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

 

Quelle: https://www.staatsoper.de/