Theaterjugendring München

Homevideo

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Homevideo

Eine Produktion mit Jugendlichen der Intergroup nach dem Drehbuch von Jan Braren
Für die Bühne bearbeitet von Can Fischer

 

 

Regie: Anja Sczilinski
Bühne: Peter N. Schultze
Kostüme: Eva Bienert

 

 

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Besetzung

Premiere: 17.03.2018

 

 

 

 

 

 

 

Schlechte Noten. Streitende Eltern. Und Hannah, die erste Liebe. Dem 15-jährigen Jakob hilft die Kamera auf seiner Suche nach sich selbst, der Welt und ihrem Sinn. Fotografien toter Tiere, Videoaufnahmen seiner noch glücklichen Familie, Aufzeichnungen beim Masturbieren und Liebesgeständnisse an Hannah sind Ausdruck seiner intimen Auseinandersetzung mit einer chaotischen, auf ihn einstürmenden Welt. Bis seine Mutter die Kamera gedankenlos an seine Freunde verleiht. Bei ihnen lösen Jakobs Ich-Erkundungen erst Scham, dann Gelächter, dann Machtgelüste aus. Sie erpressen ihn mit den Aufnahmen und stellen sie ins Internet. Schon am nächsten Tag lacht jeder über die Bilder: Jakob ist peinlich. Er wird ausgeschlossen. Nirgendwo kann er der Schmach entfliehen, denn die Hassbotschaften in den Chats verfolgen ihn in jedem Moment, an jeden Ort. Auch Hannah bricht den Kontakt ab. Die Eltern und Lehrer erkennen, dass Jakob Hilfe braucht, doch jeder gutgemeinte Versuch verschlimmert die Situation des Jungen. 

Wir lieben das Netz. Alle sind miteinander verbunden. Alles ist erreichbar. Ständig. Wir entwerfen die beeindruckendste Variante unseres Selbst und machen sie für unzählige Menschen sichtbar. Ein großer Traum. Schnell wird der Internetauftritt wichtiger als der reale. Aber das Selbstbild ist angreifbar. Früher trugen Jugendliche ihre Kämpfe auf dem Schulhof aus, jetzt geschieht es im weltweiten Netz, das nichts vergisst. Dort kann man angreifen, ohne sichtbar zu werden und ohne die Reaktion des Opfers aushalten zu müssen. Verleumden, quälen, verletzen – denn das Unrechtsbewusstsein fehlt, wenn man virtuell zuschlägt. „Homevideo“ beschreibt, wie junge Menschen im digital zurechtfrisierten Ego- Zeitalter unter dem Schutz der Anonymität ihre Menschlichkeit verlieren und zu spät über die Folgen ihres Handelns nachdenken. Die Geschädigten schweigen aus Scham, ihr Bild, ihr Selbstbewusstsein fällt. Eltern und Lehrer, aber auch Polizei oder Staatsanwaltschaft wissen oft nicht, wie mit diesen Fällen umgegangen werden soll. In der Regie von Anja Sczilinski untersuchen Jugendliche der intergroup gemeinsam mit Schauspielern des Ensembles die Gefahren des Cybermobbings und versuchen, junge Menschen für die Auswirkungen zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für ihr Handeln zu schaffen.

 

Vorstellungsdauer: n. n.

 

Veranstaltungsort: Marstall

Quelle: https://www.residenztheater.de/