Theaterjugendring München

Hellas München

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Hellas München

Ein Projekt von Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris

 

 

 

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Besetzung

n.n.

Premiere im Dezember 2017

 

 

 

 

 

„Die Euro-Lüge – So haben uns die Griechen reingelegt“ // „Warum zahlen wir den Griechen ihre Luxus-Renten?“ // Oder: „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen, und die Akropolis gleich mit!“ – So lauteten einige der populistischen Schlagzeilen der Bild-Zeitung, die im Umkreis der griechischen Schuldenkrise und der Verhandlung von Rettungspaketen durch die EU den KLISCHEES VON DEN FAULEN UND KORRUPTEN PLEITE-GRIECHEN hierzulande immer mehr Wirkmacht verliehen.
Populistische Falschaussagen auf kluge und unterhaltsame Weise zu entlarven, ist eine der großen Qualitäten des griechischen Regie-Duos Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris. Der Anlass zum Beispiel für ihre Arbeit „Clean City“, die in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen entstand und seitdem weltweit zu zahlreichen Gastspielen eingeladen wurde, war eine Kampagne der griechischen Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“, die dazu aufrief, die Stadt gewaltsam von der migrantischen Einwohnerschaft zu säubern: „Säubert die Stadt“ war ihr Slogan. Oder auch: „Athen ausmisten“. Azas und Tsinikoris nahmen die selbsternannte „Morgenröte“ beim Wort, indem sie Gegenfragen formulierten: Wer macht eigentlich die Stadt Athen jeden Tag sauber? Wer mistet die griechische Hauptstadt aus und befreit sie vom Dreck? Sind das nicht ausgerechnet die Menschen, die die „Morgenröte“ loswerden will? Putzfrauen aus aller Herren Länder ziehen Tag für Tag durch die Akropolis-Metropole, um sie vorzeigbar zu machen. Und so waren es eben jene Putzfrauen, die zu den Protagonistinnen des Stücks „Clean City“ wurden. Auf der Bühne erzählten fünf von ihnen – aus Moldawien, Südafrika, Bulgarien, den Philippinen und Albanien – ihre Geschichten und wie sie schließlich zum Reinemacher-Trupp der griechischen Hauptstadt stießen, wo sie für 3 Euro pro Stunde die Straßen und Gebäude sauber halten. Es war ein Stück über Globalisierung und Heimat, Sehnsucht und Familie, das Verschwinden der Mittelklasse und DIE TRÄUME, DIE EUROPA NOCH IMMER FÜR SO VIELE BIRGT.
Für ihre neue Arbeit an den Münchner Kammerspielen begeben sich Azas und Tsinikoris nun auf Recherche in die vielfältige griechische Community von München. Manche sind als „Gastarbeiter“ Anfang der Sechziger Jahre nach Deutschland gekommen, manche kamen, als 1967 die Militärdiktatur die Führung in Griechenland übernahm. In den letzten Jahren dann stieg in Folge der Wirtschaftskrise die Zahl der in Deutschland lebenden Griechen erstmals wieder an. In ihrer Arbeit entwerfen die beiden Regisseure EIN BILD DER MÜNCHNERISCH-GRIECHISCHEN GESCHICHTE , jenseits der Klischees – oder zumindest mit einem leicht ironischen Blick auf sie. Und auf der Bühne: MünchnerInnen. Aus Griechenland.

 

Vorstellungsdauer:

 

Veranstaltungsort: Münchner Kammerspiele, Kammer 2

 

Quelle: https://www.muenchner-kammerspiele.de/