Theaterjugendring München

Gloria

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Gloria

von Branden Jacobs-Jenkins
Deutschsprachige Erstaufführung!


Regie: Amélie Niermeyer
Bühne: Maria-Alice Bahra

 

 

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Besetzung

Premiere 20. Oktober 2017

n.n.

 

 

 

 

 

Ein Tag im Leben einer Gruppe Raubtiere. Ihr Habitat: das Büro. Ihr Ziel: Karriere machen, das Eigenheim finanzieren oder einfach nur die nächste Deadline einhalten. Das Büro zeigt die Emotionen seiner Bewohner in allen Extremen auf. Kämpfe, Manipulationen, Kaffeepausen sind ihr tägliches Geschäft, der Flurfunk ihr Lebenselexier. Das Überleben der Stärkeren hat ihren Lebensraum strukturiert, Alphamännchen und -weibchen haben es geschafft, in die sichere Höhle des Einzelbüros zu entfliehen, während der Rest des Rudels sein Dasein im Großraumbüro fristet, in der Erwartung, etwas für die Vorgesetzten tun zu können und zu müssen und stetig das eigene Revier zu verteidigen, die Aufsteiger zu manipulieren oder sich aus dem Starbucks nebenan einen Kaffee zu organisieren. Doch aus der weiten Steppe der aneinandergereihten Schreibtische brechen immer wieder humane Momente hervor, manifestieren sich Wünsche, Träume, Frustrationen. Gloria etwa hat sich ihren langersehnten Traum erfüllt und eine Immobilie erworben, ein Eigenheim, zu dessen Einweihung alle Kollegen eingeladen waren. Dean träumt von der Karriere als Autor, sein Manuskript immer nur fast bereit, das Licht der Welt zu erblicken. Kendra hingegen genießt die kleinen Freiräume, die die Abwesenheit der Vorgesetzten bietet. Und Lorin, die graue Maus im Bürogehege, will einfach nur einen Moment der Ruhe. Sie alle kennen die Überlebensregeln der Herde, des Büros, aber sie zu beherrschen ist die eigentliche Herausforderung. Denn unter der Oberfläche der BüroGemeinSchaft brodelt es, und zu Glorias Einweihungsparty sind statt der erwarteten Kollegenschar nur drei Personen gekommen, nur einer ist bis zum Ende geblieben. Und so erscheint Gloria im Büro, um ein für alle Mal eine Botschaft zu senden.

Monate später treffen sich die Überlebenden von Glorias Rachefeldzug wieder, zufällig, im Starbucks oder beim neuen Arbeitgeber. Jeder von ihnen arbeitet an seiner Unsterblichkeit und befeuert doch nur den Mythos Gloria, macht das Geschehen zu seiner ganz persönlichen Tragödie, in Interviews, Büchern oder gar im Film. Aus der Raubtierherde wird eine Schlangengrube, and the winner takes it all – würde einen doch bloß der Gedanke loslassen, dass die Gewinnerin hier einzig und allein Gloria ist.

In „Gloria“ steigt der Autor Branden Jacobs-Jenkins tief in die Arbeitswelt des 21. Jhs. ein, beleuchtet den Hyperkarrierismus der ersten Generation der Digital Natives, die den Weg zur Selbstverwirklichung so schnell wie möglich gehen will. Im Umfeld einer Zeitschriftenredaktion beschreibt er den täglichen Kampf des modernen Arbeitnehmers, ein Blick durch das Vergrößerungsglas. Nach „Die Netzwelt“ setzt sich Amélie Niermeyer erneut mit zeitgenössischer amerikanischer Dramatik auseinander. Mit „Gloria“ erarbeitet sie die Deutschsprachige Erstaufführung des Stücks, das 2016 zu den drei Finalisten des Pulitzer-Preises gehörte.

 

Vorstellungsdauer: n.n.

 

Veranstaltungsort: Residenztheater

 

Quelle: https://www.residenztheater.de/