Theaterjugendring München

Ein Sommernachtstraum

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Ein Sommernachtstraum

Choreographie John Neumeier · Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy / György Ligeti

 

Musikalische Leitung: Michael Schmidtsdorff
Choreographie und Inszenierung: John Neumeier
Bühne und Kostüme: Jürgen Rose
Musik: György Ligeti, Felix Mendelssohn Bartholdy

 

 

 

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Besetzung

Hippolyta/Titania: N.N.
Theseus/Oberon: N.N.

Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
Bayerisches Staatsorchester

 

 

 

 

Das in und für das „Tanzland Deutschland“ entstandene Meisterwerk eines Amerikaners beweist dessen choreographische Kraft, die sich in einer dramaturgischen Virtuosität entfaltet, wie sie vielleicht wirklich nur in Deutschland sich entwickeln konnte.

Allein die Mischung der musikalischen Ebenen wäre eine Abhandlung wert. Felix Mendelssohn Bartholdys atmosphärische Sommernachtstraum-Partitur als Klangbild der Menschenwelt, Györgi Ligetis sirenenhafte elektronische Orgelklänge zur Kennzeichnung der Feenwelt, und – für die Handwerker-Szenen – zwerchfellerschütternde Opernparaphrasen auf einer Drehorgel, die die edelsten Melodien zum Gassenhauer werden lässt. Wie die musikalischen Welten mischt Neumeier – zusammen mit seinem Bühnen- und Kostümbildner Jürgen Rose – die historischen Bild-Ebenen nicht weniger raffiniert. Was könnte zu Mendelssohns Klängen besser passen als ein liebevoll zitathaft eingesetztes Biedermeier-Ambiente? Und wie ließen sich Antike, Märchen und Mythos kürzer ins Symbol fassen als im Bild des Olivenbaums?

John Neumeiers Sommernachtstraum ist und bleibt ein repräsentatives Meisterwerk des abendfüllenden klassischen Balletts, wie es nur im Deutschland der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts entstehen konnte. Es waren die Jahre, in denen Pina Bausch mit dem Tanztheater eine Gegenwelt und eine neue Form dieser Art des Erzählens gegenüberstellt, die jetzt ebenfalls abgeschlossen ist und sich der Überprüfung durch die Nachwelt aussetzen wird.

Prolog

Vorabend der Hochzeit – Hippolytas Zimmer: Am Vorabend der Hochzeit von Hippolyta und Theseus, Herzog von Athen, sind die letzten Vorbereitungen im Gange. Hippolytas Freundinnen Helena und Hermia helfen ihr bei der Fertigstellung des Brautkleides. Philostrat, Aufseher der Lustbarkeiten am Hofe des Theseus, überwacht alles.

Der Schatzmeister überreicht Hippolyta den Hochzeitsschmuck. Er wird begleitet von dem Offizier Demetrius, dem ehemaligen Verlobten von Helena, der jetzt vergeblich um Hermia wirbt. Helena aber liebt Demetrius immer noch. Der Gärtner Lysander bringt einige Proben der Hochzeitsblumen. Er ist ebenfalls in Hermia verliebt, wie sie in ihn. Heimlich gibt Lysander Hermia einen Brief, in dem er um ein Rendezvous im Wald bittet, und einen Zweig des Olivenbaums, unter dem sie sich treffen sollen. Die eifersüchtige Helena findet den Brief und zeigt ihn Demetrius. Theseus besucht Hippolyta. Er schenkt ihr eine Rose, flirtet aber gleichzeitig mit den schönen Hofdamen. Hippolyta bemerkt alles und zweifelt an seiner – und ihrer Liebe zu dem für sie erwählten Ehemann Theseus.

Eine Gruppe von Handwerkern, angeführt von dem Weber Zettel, tritt ein und bittet um die Genehmigung, das Stück Pyramus und Thisbe bei dem Hochzeitsfest aufführen zu dürfen. Allein gelassen, findet Hippolyta Lysanders Liebesbrief an Hermia. Nachdenklich schläft sie ein. Sie träumt…

1. Akt

Der Traum – Nacht im Walde: Titania, Königin der Feen, streitet sich mit dem Elfenkönig Oberon. Im Zorn gibt Oberon seinem vertrauten Elf Puck eine Blume, die eine Zauberwirkung hat. Wenn man sie über den Augen eines Schlafenden schüttelt, verliebt sich dieser in den ersten, den er beim Aufwachen sieht. Im Auftrag von Oberon soll Puck Titania einen Schabernack spielen.

Glücklich treffen sich Lysander und Hermia im Wald. Demetrius sucht Hermia, Helena folgt Demetrius. Oberon beobachtet sie alle. Aus Mitleid mit Helena fordert Oberon Puck auf, die Liebesblume auf Demetrius zu verwenden, damit er sich wieder in Helena verlieben kann.

Lysander und Hermia haben sich im Wald verloren. Sie schlafen getrennt voneinander ein. Aus Versehen hält Puck die Liebesblume über Lysander. Lysander wird zufällig von Helena aufgeweckt. Sogleich verliebt er sich leidenschaftlich in sie. Verwirrt läuft Helena vor ihm davon. Hermia wacht auf und sucht Lysander.

Zettel und seine Kameraden suchen einen Platz im Wald, um ihr Stück zu probieren. Die Rollen werden verteilt und Zettel leitet die Probe. Puck schaut belustigt zu. Aus Spass verwandelt er den Kopf Zettels in den eines Esels. Die anderen Handwerker schrecken zurück.

Titania und ihr Gefolge schlafen ein. Puck verwendet nun die Liebesblume auf Titania. Von Zettel mit dem Eselskopf zufällig aufgeweckt, verliebt sie sich leidenschaftlich in ihn. Während Oberon Demetrius beobachtet, der immer noch in Hermia verliebt ist, erkennt er Pucks Fehler. Um diesen Fehler zu korrigieren, verwendet Puck die Blume nochmals, jetzt tatsächlich auf Demetrius. Helena stolpert über den Schlafenden und weckt ihn auf. Er verliebt sich auch in sie.

Oberon erkennt die totale Verwirrung und befiehlt Puck, alles wieder in Ordnung zu bringen. Puck arrangiert die schlafenden Liebhaber nebeneinander und verwendet nochmals die Liebesblume.

2. Akt

Morgendämmerung – Im Wald: Helena, Hermia, Lysander und Demetrius wachen auf und finden zueinander. Die Handwerker finden Zettel, von seinem Eselskopf befreit.

Hippolytas Zimmer: Die noch auf ihrem Sofa träumende Hippolyta wird von Theseus beobachtet. Zärtlich weckt er sie auf. Beide erkennen, dass sie sich verliebt haben

Die anderen Liebespaare treten ein und bitten darum, auch gleich heiraten zu dürfen. Theseus gibt ihnen seinen Segen.

Festsaal im Schloss von Theseus: Das Hochzeitsfest wird gefeiert. Die Handwerker führen ihr Stück Pyramus und Thisbe auf. Nachdem die Hochzeitsgäste sich entfernt haben, befreit Oberon Titania von dem Zauber, und sie gestehen einander ihre Liebe.

Vorstellungsdauer: ca. 2 Std. 40, eine Pause

 

 
Veranstaltungsort: Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

 

Quelle: https://www.staatsoper.de/