Theaterjugendring München

Die Troerinnen

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Die Troerinnen

von Euripides

 

Regie: Tina Lanik
Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier

 

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Besetzung

Joachim Nimtz: Poseidon
Anna Graenzer: Athene
Charlotte Schwab: Hekuba
René Dumont: Talthybios
Meike Droste: Kassandra
Hanna Scheibe: Andromache
Thomas Huber: Menelaos
Juliane Köhler: Helena
Yan Borovyk / Julian Engel: Astyanax, Sohn der Andromache
Der Münchner Mädchenchor mit Chiara Abel, Naima Bousselmi, Sophie Bo-Wen Lin, Fiona Broske, Katerina Deobald, Afra Rosa Dietrich, Lou Sanas Ebrahim-Pour, Michelle Friedrich, Marina Fritz, Nina Hümmer und Anna Delia Jeremias, Léa Jörg, Soléa Jungk, Sophie Kroker, Laura Marbach, Fiona Pötzinger, Lena Pummer, Elisa Rommel , Valentina Roth, Teresa Schlösser, Johanna Schneider, Hannah Siebert, Lea Spiegel, Mey Spiegel: Chor der Troerinnen

 

Programmheft
Podcast

 

Gott Poseidon beklagt die Zerstörung der Stadt Troja: „Die heiligen Stätten sind verödet, wo einst Götter wohnten, fließt jetzt Blut.“ Hera und Athene hatten sich gegen den einstigen Beschützer Trojas verbündet, um die berühmte Stadt zu vernichten. Der Raub der Helena wurde den Trojanern zum Verhängnis. Zehn Jahre hatten sie sich gegen die Griechen verteidigt. Jetzt sind die trojanischen Männer getötet und Frauen und Kinder warten auf ihre Versklavung.

Da bittet die Göttin Athene Poseidon um ein Gespräch. Sie ist voller Zorn. Die siegreichen Griechen haben in ihrem Tempel die Priesterin Kassandra geschändet. Athene will Rache, will, dass den Griechen bei ihrer „Rückkehr das Glück den Rücken kehrt“. Poseidon überrascht der Sinneswandel der Göttin, aber gemeinsam mit Zeus verbündet er sich zu neuen Allianzen und plant für die Heimreise der Griechen Unwetter und Unheil, so dass den Siegern ihr Sieg zur Katastrophe wird. „O aufgeblähter Stolz meiner Vorfahren, nun an der kurzen Leine, was warst du? Ein Nichts …“ Königin Hekabe, die Gattin des toten Königs von Troja, muss nach dem Schrecken der Niederlage mit ihrem ungewissen Schicksal weiterleben. Sie beklagt ihre Ohnmacht, da sie weder den gewaltsamen Tod ihrer Tochter Polyxena noch ihres Enkels Astyanax verhindern kann. Der Grieche Talthybios informiert die gefangenen trojanischen Frauen über die künftigen Herren, Länder und Kontingente, denen sie zugeteilt sind. Als Menelaos seine treulose Ehefrau Helena abholen und steinigen lassen will, geht es in Rede und Widerrede um Schuld und Vergebung und die Verstrickung in einen Krieg, den Hekabes Sohn Paris einst herausgefordert haben soll. „Ein Tor, der Mensch, dem`s gut geht und der meint, das sei von Dauer“, so fügt sich Andromache in ihr Schicksal und nimmt Abschied von ihrem früheren Glück. Allein die gottbesessene Kassandra weiß um die Wirkung ihrer Rache gegen das sich selbst auslöschende Geschlecht Agamemnons, ihres neuen Herren.

Im Frühjahr 415 v. Chr. führt Euripides bei den Festspielen der Großen Dionysien die Tragödie „Die Troerinnen“ auf. Mit schonungsloser Deutlichkeit schildert er darin die Schrecken des Krieges und warnt so die Bürger Athens vor der geplanten militärischen Expansion der Griechen gegen Sizilien, die 413 v. Chr. mit einer blutigen Niederlage enden wird. Denn „Die Troerinnen“ des Euripides zeigt diesen Krieg nicht nur als Untergang Trojas, sondern als zukünftige Katastrophe für die griechischen Sieger.

Euripides interessiert sich dabei weniger für Götter als für den Zwiespalt von Menschen in historischer Krisenzeit. Er beschreibt die Zerrissenheit von Frauen und Männern. Er lässt einen König auftreten, der seinen Standpunkt wechselt. Er zeigt Götter, deren Schutzwirkung sich aufhebt, weil sie gleichzeitig auf beiden kämpfenden Seiten stehen. Vor allem aber erzählt er von der Erschöpfung und Wut der Frauen, die als Verfügungsmasse im Krieg auf ihr nacktes Leben zurückgeworfen sind. Von Göttern und Männern benutzt und verlassen, ringen sie um ihre Menschenwürde und mit ihrer persönlichen Schuld als Teil einer politischen Elite, deren „bessere Hälfte“ sie einst gewesen sind.

 

Vorstellungsdauer: ca. 1 Std. 45, keine Pause

 

Veranstaltungsort: Residenztheater

 

Quelle: https://www.residenztheater.de/