Theaterjugendring München

Die Räuber

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Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller

 

 

Regie + Bühne: Ulrich Rasche
Komposition: Ari Benjamin Meyers
Kostüme: Heidi Hackl
Chorleitung: Alexander Weise
Choreinstudierung: Toni Jessen
Mitarbeit Bühne: Sabine Mäder
Licht: Gerrit Jurda
Dramaturgie: Sebastian Huber

 

 

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Besetzung

Götz Schulte: Maximilian, Graf von Moor
Valery Tscheplanowa: Franz Moor
Franz Pätzold: Karl Moor
Nora Buzalka: Amalia von Edelreich
Thomas Lettow: Spiegelberg
Max Koch: Schweizer
Leonard Hohm: Razmann
Marcel Heuperman: Schufterle
László Branko: Breiding Roller
William Bartley: Cooper Kosinsky
René Dumont: Daniel
Toni Jessen: Ein Pater
Moritz Borrmann, Yasin Boynuince, Kjell Brutscheidt, Emery Escher, Max Krause, Bekim Latifi, Cyril Manusch: Räuberbande
Sandro Schmalzl: Tenor
Martin Burgmair: Bassbariton
Gustavo Castillo: Bassbariton
Mariana Beleaeva: Violine
Jenny Scherling: Viola
Heiko Jung: E-Bass
Fabian Löbhard: Percussion

 

Programmheft
Podcast

 

In Franz Moor tritt der moderne Mensch als Schöpfer seiner selbst auf. „Es ist kein Gott!“ ist sein Trinkspruch und wer es wagt, sich ohne Vorbehalte seines Verstandes zu bedienen, der bestimmt die Grenzen seiner Entwicklungsmöglichkeiten selbst. In Karl Moor begegnen wir dem modernen Menschen als dem Hüter universaler Rechte. Dass die Welt nicht so eingerichtet ist, wie er sich das vorstellt, rechtfertigt ihren Untergang. Die beiden ungleichen Brüder, die um das Erbe ihres Vaters und die Liebe einer Frau konkurrieren, scheitern letztlich am Einspruch der Realität. In dem Augenblick, in dem für den Räuber Karl der Widerspruch zwischen seinem harmonischen Ideal von Ich und Welt einerseits und den blutigen Taten auf dem Weg zu dessen Verwirklichung andererseits unerträglich wird, geraten bei Franz, dem neuen Grafen Moor, die Träume außer Kontrolle und er fällt dem Wahnsinn anheim.

Als Friedrich Schiller im Jahr 1781 sein erstes Stück am Mannheimer Nationaltheater einreichte, hatte der damalige Intendant einen guten Tipp für den unbekannten Jungautor. Er schlug ihm vor, sein Gegenwartsstück zu historisieren, zeitlich zurückzuversetzen, und zwar in das ausgehende 15. Jahrhundert. Es sei ein solch doppelter Fall von absoluter Gesetzlosigkeit in der Jetztzeit nur schwer vor- und darstellbar. (Außerdem mag Herr Dalberg im Mannheimer Intendanzbüro sich wohl daran erinnert haben, dass wenige Jahre zuvor ein anderer vielversprechender Autor mit einem Stoff aus dieser Zeit großen Erfolg gehabt hatte: Johann Wolfgang Goethe hatte in „Götz von Berlichingen“ den Übergang zur bürgerlichen Gesellschaft der Neuzeit als Hintergrund für sein Drama gewählt und seinen Helden wirkungsvoll an den modernen Verhältnissen scheitern lassen.)

Schiller wies das Ansinnen des Theaterleiters zurück: „Zu aufgeklärt“ redeten seine Figuren bereits, das historische Kostüm sei ihnen nachträglich nicht mehr anzupassen. Und tatsächlich sind „Die Räuber“ eine Auseinandersetzung mit den zwei radikalsten Formen der Moderne gleichzeitig: einerseits mit dem rein instrumentellen Rationalismus, dem die Welt ein Nullsummenspiel und ein Ermordeter nicht mehr ist als ein Nicht-Geborener. Und dem moralischen Rigorismus andererseits, der die Welt mit Gewalt nach dem eigenen Bilde umbauen will. Räuber sind sie bei Schiller beide.

Ulrich Rasche, der zum ersten Mal in München arbeitet, spannt die Figuren in das Räderwerk eines gewaltigen Maschinentheaters ein, „um die Seele bei ihren geheimsten Operationen zu ertappen“, wie Schiller in seiner Vorrede zu „Die Räuber“ schreibt.

 

Vorstellungsdauer: ca. 3 Std. 30, eine Pause

 

Veranstaltungsort: Residenztheater

 

Quelle: https://www.residenztheater.de/