Die Meistersinger von Nürnberg

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Die Meistersinger von Nürnberg

Oper in drei Aufzügen

Komponist Richard Wagner · Libretto vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: David Bösch
Bühne: Patrick Bannwart
Kostüme: Meentje Nielsen
Video: Falko Herold
Licht: Michael Bauer
Dramaturgie: Rainer Karlitschek
Chöre: Sören Eckhoff

 

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Besetzung

Hans Sachs: Wolfgang Koch
Veit Pogner: Georg Zeppenfeld
Kunz Vogelgesang: Kevin Conners
Konrad Nachtigall: Christian Rieger
Sixtus Beckmesser: Martin Gantner
Fritz Kothner: Eike Wilm Schulte
Balthasar Zorn: Ulrich Reß
Ulrich Eißlinger: Stefan Heibach
Augustin Moser: Thorsten Scharnke
Hermann Ortel: Friedemann Röhlig
Hans Schwarz: Peter Lobert
Hans Foltz: Dennis Wilgenhof
Walther von Stolzing: Jonas Kaufmann
David: Benjamin Bruns
Eva: Emma Bell
Magdalene: Claudia Mahnke
Nachtwächter: Goran Jurić

Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

 

Schon zu seinen Lebzeiten im 16. Jahrhundert war er eine Berühmtheit und als reformatorisch denkender Spruchdichter und Theaterautor hoch angesehen. Und spätestens mit Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg wurde er zum Inbegriff einer städtischen bürgerlichen Kultur: Hans Sachs wird von Wagner als Vertreter einer positiv verstandenen, aber reformbedürftigen Traditionsinstitution gezeichnet.

In seiner Begegnung mit dem Junker Walther von Stolzing gelingt ihm sein eigentliches Meisterstück, nämlich die vorwärtsdrängende subjektivistische Kunst von Walther, der sich nicht im geringsten für die Tradition der Meister interessiert und nur seinem eigenen Liebesglück verpflichtet handelt, in eine Form zu gießen, die von allen verstanden und akzeptiert wird. Kunst für alle! Keine Elite! Kein l’art pour l’art! Und dennoch ist Sachs’ Bestreben gefährlich: Seine Botschaft “Verachtet mir die Meister nicht!” droht sich immer ins Gegenteil zu verkehren: “Was deutsch und echt wüßt’ keiner mehr, lebt’s nicht in deutscher Meister Ehr’.” – das wäre dann bürgerliche Spießigkeit, dumpfer Populismus und Nationalismus.

Mit all den Fragen ein Stück für München, und das seit der Uraufführung hier!

Erster Aufzug

Eva, die Tochter des Goldschmieds Veit Pogner, hat sich in den jungen Ritter Walther von Stolzing verliebt. Dieser war ursprünglich nach Nürnberg gekommen, um mit ihrem Vater Geschäfte zu machen, ist nun aber ebenfalls für sie in Liebe entbrannt. Doch eine Heirat scheint momentan aussichtslos: Um in der Stadtgesellschaft akzeptiert zu werden, müsste Stolzing als Meister einer Zunft angehören. Kurzerhand will er sich deshalb den Meistersingern,der traditionsreichsten Gilde, anschließen. Doch macht ihm David, der Lehrbube des Schusters Hans Sachs, klar, wie kompliziert es sei, alle Regeln zur Dichtung eines Meisterliedes zu verstehen und anzuwenden.
Innerhalb der Meistersingerzunft, die längst ihre besten Tage hinter sich hat, schwelt ein Konflikt: Sachs plädiert schon längere Zeit dafür, das Volk entscheiden zu lassen, wer beim alljährlichen Wettsingen den Preis davonträgt. Das würde die Akzeptanz der Zunft fördern. Die Mehrheit der Meister, allen voran Fritz Kothner und der Stadtschreiber Sixtus Beckmesser, befürchtet jedoch, die strengen Regeln wären dann nichts mehr wert, und sträubt sich gegen Sachs’ Ansinnen.
Der reiche Pogner schlägt eine andere Möglichkeit vor, die Popularität der Meistersinger wieder zu steigern: Er hat seine einzige Tochter Eva zum Preis des bevorstehenden Wettsingens erklärt. Beckmesser wähnt sich schon als Sieger – meint er doch der einzige Teilnehmer am Wettsingen zu sein. Doch tritt mit Stolzing nun ein weiterer Bewerber auf den Plan. Er möchte sich durch ein Vorsingen als Mitglied der Zunft bewerben, um auf diesem Weg Eva heiraten zu dürfen. Nun liegt es jedoch an Beckmesser, dem Merker der Meistersinger, den Probegesang Stolzings und somit dessen Aufnahme in die Zunft zu prüfen. Noch bevor der Junker sein Lied beenden kann, überzeugt Beckmesser mit offensichtlicher Parteilichkeit die anderen Meister, dass Stolzing den Anforderungen nicht genüge. Im Tumult angesichts des strengen Beharrens Beckmessers auf Regeltreue geht der Gesang Stolzings völlig unter. Lediglich Sachs ergreift Partei für das Lied des Anwärters. Er gibt zu bedenken, dass Stolzing zwar nach neuartigen und ganz eigenen Regeln, jedoch deshalb noch nicht falsch gesungen habe. Stolzing wird dennoch abgewiesen.

Zweiter Aufzug

Sachs sinnt am Abend über den Vortrag Stolzings nach – weiß er doch keine Regeln, nach der er das Lied hätte bemessen sollen. Dabei erkennt er nicht nur das Neue an Stolzings Gesangskunst an, sondern auch die Liebe zwischen ihm und Eva. Selbst empfindet sich Sachs als zu alt, um mit Eva die Ehe zu schließen.
Auch Pogner grübelt über die verfahrene Situation nach. Obwohl er den Ritter nicht ungern als Schwiegersohn sähe, kann er dem Wunsch seiner Tochter nicht nachgeben. Ihn bindet sein eigenes Versprechen gegenüber dem Wettsingen. Von Sachs erhofft er sich eine Lösung aus dem Dilemma. Eva und Stolzing überlegen indessen, wie eine gemeinsame Zukunft überhaupt noch zu ermöglichen wäre. Ihre vermeintlich einzige Perspektive: die Flucht.
Sixtus Beckmesser hegt weiterhin Ambitionen, in die Goldschmiedefamilie einzuheiraten. Er tritt vor Evas Fenster, um ihr sein Lied für das bevorstehende Wettsingen vorzutragen. Doch ist die Frau, die er für die junge Eva hält, deren verkleidete Vertraute Magdalene. Während der Stadtschreiber begleitet von seiner Laute ins Schwärmen gerät, wird sein Gesang vom schusternden Hans Sachs unterbrochen. Als Retourkutsche für Beckmessers Verhalten gegenüber Stolzing beim Probesingen kommentiert nun Sachs Beckmessers Verse, indem er mit dem Hammer auf die Schuhsohlen schlägt. Lautenspiel, Gesang und Hammerschläge rufen die Bürger auf den Plan, die verärgert Streit anfangen. Ein brodelnder Tumult bricht los, indem Sachs gerade noch verhindern kann, dass Eva und Stolzing durchbrennen,und Beckmesser vom Lehrbuben David, dem Geliebten Magdalenes,verprügelt wird. Erst der Ruf des Nachtwächters bringt wieder Ruhe in die Stadt.

Dritter Aufzug

Am nächsten Morgen sinniert Sachs über den „Wahn“ der Welt. Während der nächtlichen Prügelei hat er Stolzing zu sich gerettet, von dessen Talent er überzeugt ist. Als dieser ihm von seinem Traum berichtet, bestärkt ihn Sachs, daraus ein Meisterlied zu schaffen, das den Regeln der Meistersinger standhalten könne. Nach anfänglichem Zögern beginnt Stolzing zu singen,und wie von selbst findet sich die passende Form. Der begeisterte Sachs schreibt sofort mit und kann unmittelbar die Regelhaftigkeit des Liedes ableiten.
Doch Beckmesser, der sich beim Schuster noch über sein Schuhwerk beschweren will, entdeckt das niedergeschriebene Lied und wirft dem Witwer Sachs vor, selbst um Eva werben zu wollen. Dieser bestreitet die Vorwürfe und überlässt Beckmesser das Lied. Freudestrahlend zieht der Merker davon, da er meint, mit einem Lied von Hans Sachs nicht mehr verlieren zu können.
Auch Eva sucht den Schuster auf und bittet ihn um Rat. Obwohl Sachs ihr zugeneigt ist, entsagt er ihr zugunsten der Liebe zwischen Eva und Stolzing. Als auch der Junker hinzutritt und noch eine weitere Strophe seines Meisterliedes vorträgt, spricht Sachs symbolisch einen Taufspruch darauf. In einem Moment der Ruhe besingen Sachs, Eva, Stolzing, der noch schnell zum Gesellen ernannte David und dessen künftige Braut Magdalene ihr Glück.
Unterdessen versammelt sich das Volk zum Wettsingen am Johannistag. Beckmesser stimmt das Lied an, das ihm Sachs schenkte, kann jedoch dessen Handschrift nicht entziffern. Er vertauscht die Worte, entstellt den Sinn, zwingt dem Lied seine eigene Melodie auf und wird so zum Gespött der Festgemeinde. Wütend wirft er das Blatt zu Boden und erklärt, dass Sachs der Dichter des Liedes sei. Der Schuster jedoch weist den Vorwurf von sich und ruft nach Walther von Stolzing, der durch den richtigen Vortrag beweisen soll, dass er das Lied geschaffen hat. Stolzings Gesang kann das ganze Volk und alle Meister überzeugen. Feierlich erklären diese die Aufnahme des Junkers in die Meistergilde, der jedoch ablehnen will. Sachs ermahnt den jungen Dichter, den Sinn der Tradition nicht zu vergessen und die Erfahrung der Meister zu achten. Schließlich bejubeln alle Anwesenden Hans Sachs.

 

Vorstellungsdauer: ca. 5 Std. 30, zwei Pausen

 

 
Veranstaltungsort: Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

 

Quelle: https://www.staatsoper.de/