Theaterjugendring München

Anna Karenina

Print Friendly

Anna Karenina

Ballett von Christian Spuck nach dem Roman von Lew Tolstoi

Choreographie Christian Spuck
Komponist Sergej Rachmaninow, Witold Lutoslawski u.a. | Neuproduktion

Premiere: 19.11.2017

 

Musikalische Leitung: Robertas Šervenikas
Bühne: Jörg Zielinski, Christian Spuck
Kostüme: Emma Ryott
Licht: Martin Gebhardt
Projektionen: Tieni Burkhalter
Sound-Collagen: Martin Donner
Dramaturgie: Michael Küster, Claus Spahn

 

Wie hat Ihnen / Dir die Ballettaufführung "Anna Karenina" gefallen?

Ergebnis ansehen

Loading ... Loading ...

Besetzung

Solisten und Ensemble des
Bayerischen Staatsballetts

Bayerisches Staatsorchester

Klavier Adrian Oetiker / (N.N.)
Gesangssolistinnen Helena Zubanovich /
Alyona Abramowa

 

 

Greta Garbo spielte sie, Vivien Leigh, Jacqueline Bisset und Keira Knightley, um nur einige zu nennen aus fast zwanzig Verfilmungen in 100 Jahren – Tolstois Anna Karenina gehört wie Fontanes Effi Briest zu den tragischen Frauenfiguren der Literatur des Realismus, Romane, in denen man sich der Ehre wegen im Morgengrauen duelliert, aus Eifersucht oder gekränkter Eitelkeit gegenseitig erschießt – Onegin im gleichnamigen Ballett John Crankos hat es uns vorgemacht – oder in den Selbstmord geht. Letzteres wählen wohl vor allem die Frauen, wenn die Verzweiflung zu tief, die gesellschaftliche Ächtung zu massiv geworden ist. So auch Anna Karenina: hinund hergerissen zwischen Konvention und Leidenschaft, Pflichterfüllung und Ausbruch. Im Ballett finden sich eindrucksvolle Umsetzungen ihres Schicksals. Keine geringere als Maja Plissetzkaja choreographierte 1972 ihre Fassung mit Musik von Rodion Schtschedrin – die Hauptrolle tanzte die legendäre Ballerina selbst. Boris Eifman, Jochen Ulrich folgten, wir erinnern uns an Alexej Ratmanskys Choreographie von 2004 und die gegen den Strich erzählte Fassung von Sidi Larbi Cherkaoui für Joe Wrights Verfilmung des Romans 2012. Christian Spuck, erfolgreicher, mehrfach ausgezeichneter deutscher Choreograph Stuttgarter Provenienz, gestaltet sensibel dieses Frauenschicksal der Anna Karenina, das vor allem ein Menschenschicksal ist. Er stellt sich in die Tradition der Russlandrezeption jener Epoche, Birkenwälder, schneebedeckte Weiten, die legendären Bälle der St. Petersburger Aristokratie, schöne, verführerische Frauen, Prunk und Pracht, aber auch die Kälte der Paläste fehlen nicht. Die Orte des Geschehens sind bei Spuck quasi Zitate, durch Projektionen verfremdet, die Bühne groß und leer, die Figuren darin verloren wie im wirklichen Leben. Seine Musik stammt vor allem von Rachmaninow, aufwühlend, gewaltig wie die Gefühle der Protagonisten.

 

Vorstellungsdauer: n. n.


 

Veranstaltungsort: Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

 

Quelle: https://www.staatsoper.de/